30 Jahre Fledermausschutz Aargau


Gegen 50 aktive und ehemals aktive Fledermausschützende aus dem Kanton Aargau trafen sich am Samstag, 24. November 2018 im Naturama in Aarau zur Vernissage der Sondernummer 50 der Schriftenreihe Umwelt Aargau «Leben im Verborgenen – wo die Fledermäuse im Aargau wohnen, jagen und ihre Jungen zur Welt bringen».

Die Inhalte dieser eindrücklichen Fledermaus-Faunenübersicht hat der «Kantonale Fledermausschutz-Beauftragte» ­Andres Beck, erarbeitet, zusammen mit seinen ehrenamtlichen «Lokalen Fledermausschützenden» und «Quartierbetreuenden». Und mit dem ebenfalls neu veröffentlichen Exkursionflyer «Mit Fledermäusen durch die Nacht» lädt Kathrin Ruprecht, Projektleiterin Naturförderung im Naturama, die Bevölkerung ein, Fledermäuse live zu erleben.

 

 

 

 

 

 

 

Andres Beck, Kantonaler Fledermausschutz-Beauftragter, im Einsatz

 

Begrüsst wurden die Fledermausschützenden im Naturama von Dr. Norbert Kräuchi, Leiter Abteilung Landschaft und Gewässer des Departements Bau Verkehr und Umwelt.
Bruno Schelbert, Projektleiter Sektion Natur und Landschaft, führte im Referat «Weshalb engagiert sich der Kanton für Fledermäuse» aus, mit welcher Motivation, welchen rechtlichen Grundlagen und welchem politischen Willen sich der Kanton erfolgreich für die Zukunft der Fledermauspopulationen engagiert.
Andres Beck blickte im Hauptreferat auf 30 Jahre aktiven Fledermausschutz zurück, fokussierte auf die vom Kanton als «Handlungsarten» festgelegten Fledermausarten und erläuterte an eindrücklichen Beispielen, was bisher mit welchen Schutzmassnahmen erreicht wurde. Selbstkritisch rief er seine Mitarbeitenden und die Kantonsvertreter auf, die Schutzbemühungen nicht nur tatkräftig weiterzuführen, sondern zusätzlich zum Quartierschutz im Siedlungsraum die Jagdlebensräume und den Lebensraum Wald mit zu berücksichtigen. Damit leitete er zum nächsten Fachreferat über.

 

 

 

 

 

 

 

René Güttinger, Andres Beck, Bruno Schelbert (v.l.n.r.)

 

René Güttinger, Fledermausschutz-Beauftragter SG/AI/AR, setzte provokativ den Titel «Vor lauter Fledermäusen sehe ich den Wald nicht mehr!» und gab basierend auf seinen reichen Forschungserfahrungen mit vielen Waldfledermausarten einen tiefen Einblick in die artspezifischen Lebensraumansprüche dieser Arten an unterschiedliche Waldtypen. Die Zeit reicht nicht, so seine Kernaussage, um mit zwar guten, aber zu allgemeinen ausgerichteten Waldbewirtschaftungskonzepten die Fledermäuse zu retten, sondern es braucht den Mut, jetzt und heute spezifische Waldtypen als Lebensraumtypen einzelner Fledermausarten zu erkennen und als solche einerseits auf dem Level «schützenswerte Biotope» zu erhalten und andererseits «im immer wieder neu Entstehen» zu fördern.

 

 

 

 

 

 

 

Dr. Hans-Peter B. Stutz, Präsident der Stiftung Fledermausschutz, gab abschliessend den Überblick «Fledermausschutz aus nationaler Sicht» und erinnerte an die Anfänge des Schweizer Fledermausschutz in den Siebziger- und Achtziger-Jahren, als hauptsächlich Aargauer, allen voran Erich Kessler, der damalige Chef des BUWAL (heute BAFU), entscheidende Impulse gegeben hatten. Er schloss mit einem Dank an alle, die sich heute aktiv für den Schutz der einheimischen Fledermäuse einsetzen.
Kathrin Ruprecht, Projektleiterin Naturförderung im Naturama, übergab anschliessen allen Anwesenden als Höhepunkt der Veranstaltung die druckfrische Sondernummer 50 der Schriftenreihe Umwelt Aargau «Leben im Verborgenen – wo die Fledermäuse im Aargau wohnen, jagen und ihre Jungen zur Welt bringen» und den neuen Exkursionflyer «Mit Fledermäusen durch die Nacht und lud zum Apéro, wo noch lange geplaudert, gefachsimpelt und in freundschaftlicher Runde verweilt wurde…

 

 

 

 

 

 

 

Andres Beck, Hans-Peter B. Stutz, Bruno Schelbert (v.l.n.r.)

 

 

 

 

 

 

 

Sondernummer des "Umwelt Aargau"